Michael Jovy: Unterschied zwischen den Versionen

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Auf [[Fahrt]]en nach Frankreich trafen die Jugendlichen Mitglieder des Exilwiderstandss um [http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Otto_Paetel Karl Otto Paetel]. Er stieß unter den Gruppenmitglieder Diskussionen an, bei den Jugendlichen entwickelte sich ein politisches Bewusstsein.
 
Auf [[Fahrt]]en nach Frankreich trafen die Jugendlichen Mitglieder des Exilwiderstandss um [http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Otto_Paetel Karl Otto Paetel]. Er stieß unter den Gruppenmitglieder Diskussionen an, bei den Jugendlichen entwickelte sich ein politisches Bewusstsein.
  
 
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Ende 1939 verhaftete die Gestapo die Mitglieder der Jovy-Gruppe. 1940 und 1941 wurden sie wegen '''"bündischer Umtriebe"''' und "Vorbereitung zum Hochverrat" angeklagt. Michael Jovy war der Hauptangeklagte; er wurde zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Ab 1944 Strafbataillon 999 (offiziell als Bewährungseinheit bezeichnet).
 
Ende 1939 verhaftete die Gestapo die Mitglieder der Jovy-Gruppe. 1940 und 1941 wurden sie wegen '''"bündischer Umtriebe"''' und "Vorbereitung zum Hochverrat" angeklagt. Michael Jovy war der Hauptangeklagte; er wurde zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Ab 1944 Strafbataillon 999 (offiziell als Bewährungseinheit bezeichnet).
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Nach 1945 wurde Jovy wieder an führender Stelle in der Bündischen Bewegung in Köln aktiv.
 
Nach 1945 wurde Jovy wieder an führender Stelle in der Bündischen Bewegung in Köln aktiv.
 
  
 
Nach dem Krieg studierte er Geschichte, Philosophie und Öffentliches Recht an der Universität zu Köln. Jovy war zusammen mit [[Walter Scherf]] besonders aktiv beim Aufbau einer Nachkriegsjungenschaft und gab jugendbewegte Zeitungen heraus. Nach seiner Dissertation im Jahr 1952 zum Thema „[[Jugendbewegung]] und Nationalsozialismus“, nahm er seine Tätigkeit im diplomatischen Dienst auf. Eine weitere Betätigung in der Jugendbewegung erschwerte sich dadurch.  
 
Nach dem Krieg studierte er Geschichte, Philosophie und Öffentliches Recht an der Universität zu Köln. Jovy war zusammen mit [[Walter Scherf]] besonders aktiv beim Aufbau einer Nachkriegsjungenschaft und gab jugendbewegte Zeitungen heraus. Nach seiner Dissertation im Jahr 1952 zum Thema „[[Jugendbewegung]] und Nationalsozialismus“, nahm er seine Tätigkeit im diplomatischen Dienst auf. Eine weitere Betätigung in der Jugendbewegung erschwerte sich dadurch.  

Version vom 16. November 2010, 11:53 Uhr

Michael Ernst Jovy (* 9. März 1920 in Gladbeck; † 19. Januar 1984 in Rom) Fahrtenname meik, war Führer einer bündischen Jugendgruppe.

Er war während des Dritten Reiches Mitglied einer oppositionellen Jugendgruppe in Bonn. Wie viele andere bündische Gruppen suchten die elf Jugendlichen einen Weg aus den Zwängen der NS-Diktatur und der HJ zu finden. Nach dem Vorbild der verbotenen "deutschen jungenschaft vom dj.1.11" entwickelte sich eine eigene bündische Gruppenkultur.

Auf Fahrten nach Frankreich trafen die Jugendlichen Mitglieder des Exilwiderstandss um Karl Otto Paetel. Er stieß unter den Gruppenmitglieder Diskussionen an, bei den Jugendlichen entwickelte sich ein politisches Bewusstsein.

Verfolgung

Ende 1939 verhaftete die Gestapo die Mitglieder der Jovy-Gruppe. 1940 und 1941 wurden sie wegen "bündischer Umtriebe" und "Vorbereitung zum Hochverrat" angeklagt. Michael Jovy war der Hauptangeklagte; er wurde zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Ab 1944 Strafbataillon 999 (offiziell als Bewährungseinheit bezeichnet).


Nach 1945 wurde Jovy wieder an führender Stelle in der Bündischen Bewegung in Köln aktiv.

Nach dem Krieg studierte er Geschichte, Philosophie und Öffentliches Recht an der Universität zu Köln. Jovy war zusammen mit Walter Scherf besonders aktiv beim Aufbau einer Nachkriegsjungenschaft und gab jugendbewegte Zeitungen heraus. Nach seiner Dissertation im Jahr 1952 zum Thema „Jugendbewegung und Nationalsozialismus“, nahm er seine Tätigkeit im diplomatischen Dienst auf. Eine weitere Betätigung in der Jugendbewegung erschwerte sich dadurch.

Jovy war unter anderem Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Guyana (ab 1966), im Sudan (bis 1977), in Algier (1977–1979) und in Bukarest (1980), später auch Gesandter in Rom.


Am 19. Januar 1984 verstarb Jovy in Rom.

Publikationen

  • Jugendbewegung und Nationalsozialismus : Zusammenhänge u. Gegensätze ; Versuche. Klärung / Michael Jovy. - Muenster : Lit-Verlag., 1984. - XIV, 215 S.; (ger / dt.)

Reihe: (Geschichte der Jugend ; 6) ISBN 3-88660-017-3

Literatur

  • Arno Klönne: Ein Leben aus dem Widerspruch – Michael Jovy (1920–1984) in: Jahrbuch des Archivs der Jugendbewegung, Bd. 15, Burg Ludwigstein 1984/1985

Weblinks