Knoten und Bünde: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Parallelbund wird eingesetzt um zwei Holzstangen parallel aneinander zu binden. Mit diesen Bünden ist es möglich, z.B. aus mehreren kürzeren Stangen eine lange Stange zusammenzusetzen. In der Seefahrt wurde diese Technik häufig angewendet, um hohe Segelmasten zu bauen. In der Pfadfinderei kommt er z.B. bei hohen Lagerbauten (Tor, Turm), oder bei Fahnenmasten zum Einsatz.
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Wichtig ist, dass zwei Stangen nicht mit nur einem Parallelbund verbunden werden, da dies keine Stabilität gegen Knicken hat. Es braucht auf jeden Fall zwei Bünde. Dabei sollen sich die zu verbindenden Stangen um mindestens 1m überlappen.
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Der Dreibeinbund ist eine besondere Variante des Parallelbunds. Hier ist es der Sinn des Bunds, dass sich die Holzstangen anschließend gegeneinander verschränken lassen. Deswegen darf der Dreibeinbund auch nicht besonders straff gebunden werden, die Spannung im Bund wird dann beim Aufstellen durch das Verschränken der Holzstangen verstärkt. Zu straff gebundene Bünde können dann reißen.
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Manche Pfadfinder wenden diesen Bund auch für das Zirkelgestänge der Kohten an, anstelle des Kreuzbundes.
  
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===Diagonalbund===
 
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Version vom 19. Juni 2007, 14:14 Uhr

Hinweis: Artikel befindet sich aktuell in der Überarbeitung. Bünde werden noch dazugefügt. Detailliertere Bindeanleitungen bitte in die entsprechenden Unterartikel schreiben, dies hier soll eine Gesamtübersicht sein.

Knoten und Bünde sind Verbindungstechniken mittels Schnur oder Seil.

Unterscheidung

Mit Knoten werden nur Seile bzw. Schnüre miteinander verbunden, bzw. verschiedene Funktionslösungen (z.B. Seilschlingen) hergestellt. Bünde sind die Verbindung von verschiedenen Gegenständen, in der Pfadfinderei vorwiegend Holzstangen für Lagerbauten. Bünde werden oft mit Knoten begonnen, und immer mit Knoten abgeschlossen.

Geschichte

Knoten und Bünde sind eine sehr alte Verbindungstechnik, viel älter als Nageln, Dübeln, Stiften oder Schrauben. In früheren Jahrhunderten und Jahrtausenden wurden z.T. beeindruckende Bauwerke mit Hilfe von Knoten und Bünden hergestellt. Zum Teil geschieht das, besonders im afrikanischen und asiatischen Raum, noch heute. Auch die gesamte Geschichte der Seefahrt ist ohne Knoten und Bünde unvorstellbar.

Diese Geschichte belegt, dass mit der richtigen Bindetechnik und Materialwahl ein hoher Sicherheitsstandard erreicht werden kann. Einige Verbindungen sind als Knoten und Bünde sicherer als geschraubte Verbindungen!

Bindetechnik

Für die Bindetechnik ist es gut, die Fachbezeichnungen der Teile und Abschnitte des Seils zu kennen.

Knoten

Verbindende Knoten

Mit diesen Knoten werden zwei Seilenden oder zwei Seile miteinander verbunden.

Kreuzknoten

Kreuzknoten (Weberknoten)

Der Kreuzknoten ist ein einfacher Allzweckknoten und dient dazu, zwei etwa gleich dicke Seile zu verbinden. Er lässt sich daran leicht erkennen, dass er sich, wenn man die beiden Teile wieder zusammendrückt, nicht löst, sondern verschieben lässt. Der Kreuzknoten hält großen Belastungen stand, ist aber trotzdem leicht zu lösen.

Altweiberknoten (Paketknoten)

Der Altweiberknoten ist ein "verkehrter" Kreuzknoten. Auch bei diesem Allzweckknoten werden zwei etwa gleich dicke Seile miteinander verbunden, und hält hohen Belastungen stand. Im Gegensatz zum Kreuzknoten ist er danach aber so gut wie nicht mehr lösbar.

Schotstek

Schotstek

Der Schotstek dient zum Verbinden zweier unterschiedlich dicker Seile, ist - richtige Bindetechnik vorausgesetzt - gut belastbar und leicht wieder zu lösen. Achtung! Falsch gebunden kann der Schotstek bereits bei leichter Last auseinanderrutschen!

Angelknoten

Angelknoten

Sehr gut geeignet zur Verbindung zweier Seile bei wechselnder Belastung. Gitarrenseiten und anderes widerspenstiges Material, sowie auch unterschiedlich dicke Seile lassen sich mit ihm sicher binden. Auch wenn die Seile sehr nass geworden sind, lässt sich dieser Knoten leicht lösen.

Bindetechnik: Man macht mit jedem Seilende einen einfachen Schlag um das andere Seilende.

Der Angelknoten eignet sich auch hervorragend als Weitenverstellung für selbstgebastelte Halsketten o.ä.

Stopperstek

um ein Seil am anderen oder an einem Gegenstand (Holz) zu befestigen, auch wenn die Belastung in unterschiedliche Richtungen weist (z.B. Zeltschnur spannen). Siehe Stopperstek (Wikipedia-Artikel).


Startknoten für Bünde

Zimmermansschlag

Zimmermannsschlag

Dieser Knoten eignet sich besonders gut um verschiedene Bünde zu beginnen, da er sich nach dem Lösen des Bundes lecht öffnen lässt. Es gibt auch eine bebilderte Anleitung zum legen des Zimmermannsschlags.

Webeleinstek

Webeleinstek (Mastwurf)

Der Webeleinstek ist ein stabiler Knoten zum Beginnen eines Bundes. Er wird oft als Startknoten für Ein- Zwei- oder Dreibeine, für Parallel-, Diagonal- und Kreuzbünde gebraucht.


Abschließende Knoten

Knoten, mit denen man ein offenes Seilende irgendwo befestigt oder abschließt.

Palstek

Palstek

Der Palstek eignet sich hervorragend um schwere Lasten mit einem Seil an etwas zu befestigen, da er sich im Gegensatz zu anderen knoten nicht selber zu zieht und sich auch nach großen belastungen problemlos wieder öffnen lässt.

Achterknoten

Achterknoten

Der Achterknoten wird verwendet um eine Schlaufe zu sichern. Beispielsweise kann man sich mit dem Achterknoten in einen Hüftgurt einbinden.

Rundtörn

Roringstek

Webeleinstek (Mastwurf)

Webeleinstek (Mastwurf)

Der Webeleinstek dient dazu, ein Seil an einem Gegenstand zu befestigen. Er kann auch dann wieder leicht gelöst werden, wenn das Seil unter starker Belastung stand.

Siehe auch Mastwurf (Wikipedia-Artikel) und Webeleinstek (Wikibooks)


Seilverkürzungen

Trompentenstich

Trompentenstich

Er dient dazu, ein Seil zu verkürzen. Allerdings hält er nur unter Belastung an beiden Seiten. Zum Aufbau: Als erstes legt man mit dem Seil eine „S-Form“. Dann nimmt man das linke Seilende und dreht es einmal um die beiden anderen Seile und zieht es von rechts über links. Das gleiche macht man an der anderen Seite, nur andersherum. Wenn man vorsichtig an beiden Enden zieht, hält er.


Spezialknoten

Henkerschlinge

Henkerschlinge

Der eigentliche Zweck der Henkerschlinge lässt sich leicht erraten. Früher zur Hinrichtung von Verbrechern benuzt, findet er in der heutigen Zeit kaum noch verwendung. Man kann ihn zwar auch zweckentfremden und in anderen bereichen nutzen, was aber nicht sehr ratsam ist, da diese Schlinge kompliziert zu knoten ist.

Zeltspanner

Zeltspanner (Abspannknoten 1)

Er ist nützlich zum Spannen von Abspannleinen und findet oft bei Lagerbauten Verwendung.

Abspannknoten (Abspannknoten 2)

Dieser Abspannknoten hat im Vergleich zum Zeltspanner den Vorteil, dass sich durch seine Flaschenzug-Funktion auch größere Zeltkonstruktionen (z.B. Jurtenburg) gut abspannen lassen. Zudem läßt er sich sehr schnell öffnen, die Abspannung korrigieren (fester oder weniger stark abspannen), und wieder zuknoten.

Strickleiterknoten

Strickleiterknoten

Zum Befestigen einer Strickleiterstufe, etc. Wichtig ist, dass er immer von oben belastet wird!





Bünde

Ein Bund teilt sich in zwei Hauptbestandteile auf: Bindegänge und Knebelgänge.

Die Bindegänge verbinden die zwei Teile. Sie sind möglichst straff und auf dem direktesten (kürzesten) Weg zu legen. Ein besonderer Kraftaufwand ist hier aber noch nicht erforderlich. An der Sorgfalt, wie die Bindegänge gelegt werden, entscheidet sich bereits die Belastbarkeit und Haltbarkeit des Bundes.

Die Knebelgänge erfolgen dann quer zu den Bindegängen und spannen diese. Aufgrund mechanischer Gesetzmäßigkeiten (Kräfteparallelogram) kann mit den Knebelgängen eine sehr hohe Bundkraft erzeugt werden. Für die Knebelgänge ist mehr Krafteinsatz gefordert, und das Seil muß stets gleichmäßig und stark unter Zug gehalten werden, bis der Abschlußknoten gesetzt ist.


Als Richtwert gilt:

  • Für schwach belastete Bünde jeweils vier Binde- und Knebelgänge
  • Für stark belastete Bünde jeweils sieben Binde- und Knebelgänge

Mehr Binde- und Knebelgänge sind meist nicht erforderlich, weil dann die Tragfähigkeit der Seile in den Bünden deutlich höher ist als die der Holzstangen. Und da bekanntlich die Belastbarkeit vom schwächsten Teil begrenzt wird, bringt es nichts wenn die Bünde viel mehr aushalten als das restliche Baumaterial.


Kreuzbund

Der Kreuzbund dient dazu, zwei Gegenstände (z.B. Holzstangen) über Kreuz bzw. im Rechten Winkel zueinander zunsammenzubinden. Verwendung findet er bei vielen Lagerbauten (Sitzbank, Tisch, Kochstelle, Fahnenmast, Lagertor, ...). Der Kreuzbund benötigt einen zumindest geringen Überstand der Holzstangen über die Bindestelle hinaus. Sind solche Überstände nicht möglich oder nicht erwünscht, kommt der Eckbund zum Einsatz.

Parallelbund

Der Parallelbund wird eingesetzt um zwei Holzstangen parallel aneinander zu binden. Mit diesen Bünden ist es möglich, z.B. aus mehreren kürzeren Stangen eine lange Stange zusammenzusetzen. In der Seefahrt wurde diese Technik häufig angewendet, um hohe Segelmasten zu bauen. In der Pfadfinderei kommt er z.B. bei hohen Lagerbauten (Tor, Turm), oder bei Fahnenmasten zum Einsatz.

Wichtig ist, dass zwei Stangen nicht mit nur einem Parallelbund verbunden werden, da dies keine Stabilität gegen Knicken hat. Es braucht auf jeden Fall zwei Bünde. Dabei sollen sich die zu verbindenden Stangen um mindestens 1m überlappen.


Dreibeinbund

Der Dreibeinbund ist eine besondere Variante des Parallelbunds. Hier ist es der Sinn des Bunds, dass sich die Holzstangen anschließend gegeneinander verschränken lassen. Deswegen darf der Dreibeinbund auch nicht besonders straff gebunden werden, die Spannung im Bund wird dann beim Aufstellen durch das Verschränken der Holzstangen verstärkt. Zu straff gebundene Bünde können dann reißen.

Manche Pfadfinder wenden diesen Bund auch für das Zirkelgestänge der Kohten an, anstelle des Kreuzbundes.

Diagonalbund

Eckbund

Literatur

Literatur im Rüsthaus:

Bewertung: Beschreibt anschaulich mit guten Bilder Schritt für Schritt das Knoten.
Bewertung: Der Allrounder enthält auf Seite 217 ein eigenes Kapitel zum Thema.
Bewertung:

Weblinks