Diskussion:Gustav Wyneken: Unterschied zwischen den Versionen

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Wyneken und der "pädagogische Eros"
 
Wyneken und der "pädagogische Eros"
 
"1919 wird Wyneken wieder Leiter in Wickersdorf, dort sieht er sich bald Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs an Schülern ausgesetzt und muss den Dienst 1920 quittieren. Bei einer Nachforschung ließ sich alleine feststellen, dass Wyneken 2 Schüler nackt umarmt hatte."
 
  
 
Gerade in diesem Punkt sollte man etwas genauer sein. Der pädagogische Eros spielt im Wirken Wynekens eine maßgebliche Rolle. Das geht soweit, dass behauptet wird, Wyneken sei überhaupt erst durch die Lektüre Blühers auf die Pädagogik gekommen.
 
Gerade in diesem Punkt sollte man etwas genauer sein. Der pädagogische Eros spielt im Wirken Wynekens eine maßgebliche Rolle. Das geht soweit, dass behauptet wird, Wyneken sei überhaupt erst durch die Lektüre Blühers auf die Pädagogik gekommen.
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Sollte an meinen Informationen etwas unrichtig oder falsch von mir interpretiert worden sein, bitte ich höflich um die Berichtigung derselben.
 
Sollte an meinen Informationen etwas unrichtig oder falsch von mir interpretiert worden sein, bitte ich höflich um die Berichtigung derselben.
  
-- JoBrinkmann [[JoBrinkmann]]
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-- [[JoBrinkmann]]

Version vom 5. Dezember 2007, 21:16 Uhr

"... angeblich zwei Schüler nackt umarmt hatte, was ihm als sexueller Missbrauch ausgelegt wurde ..."

Da ich dazu bei Wikipedia schon etwas geschrieben habe, kopier ich meinen dortigen Beitrag einfach mal hier rein, mit der Bitte, obigen Satz zu überdenken!

Wyneken und der "pädagogische Eros"

Gerade in diesem Punkt sollte man etwas genauer sein. Der pädagogische Eros spielt im Wirken Wynekens eine maßgebliche Rolle. Das geht soweit, dass behauptet wird, Wyneken sei überhaupt erst durch die Lektüre Blühers auf die Pädagogik gekommen.

Der oben zitierte Abschnitt wird der Angelegeneheit sicher nicht gerecht und läßt die Handlungen des Herrn Wyneken ganz sicher nicht im rechten Lichte stehen. Es klingt vielmehr so, als hätte ein netter alter Lehrer mal einen Schüler in den Arm genommen und die böse Öffentlichkeit sei daraufhin über ihn hergefallen. Darum hier ein paar genauere Informationen dazu, mit der Bitte, den obigen Abschnitt zu überdenken.

Im Prozess wurde Wyneken vom Staatsanwalt vorgeworfen in mehreren selbstständigen Fällen mit einem 17-jährigen und einem 12-jährigen Schüler "unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben."

Wie die oben genannten "Umarmungen" aussahen, läßt sich der Anklageschrift des Staatsanwaltes entnehmen - exemplarischer Fall:

Wyneken küßte einen Jungen bei verschiedenen Gelegenheiten auf den Mund. Die Initiative ist dabei von Wyneken ausgegangen. Irgendwann hat er den Jungen mit auf sein Zimmer genommen, es abgeschlossen und den Jungen aufgefordert sich auszuziehen. Sie legten sich dann aufs Bett, umarmten sich und hielten sich mit den Beinen umschlungen. Wyneken küßte den Jungen dabei im Gesicht und auf den Mund.

Wyneken ist aufgrund dieser Anklage verurteilt worden und hat auch den Berufungsprozess verloren. Er hat die Vorgänge dabei überhaupt nicht grundsätzlich abgestritten, sondern berief sich auf seine Interpretation des pädagogischen Eros. Alles hätte nichts mit körperlicher Liebe oder sogar mit gleichgeschlechtlicher Liebe zu tun und überhaupt, die ganze Angelegenheit würde völlig falsch verstanden.

Aus heutiger Perspektive, würde das Urteil möglicherweise härter ausfallen. Man möge einwenden, dass man für eine treffendere Einschätzung den Geist der Zeit berücksichtigen und sich näher mit dem Thema beschäftigen müsste. Darum möchte ich in diesem Zusammenhang mit einm diesbezügliches Zitat von Fritz Dehnow, einem Zeitgenossen Wynekens abschließen:

"Wyneken scheint allerdings zu unterstellen, daß Schülern eine Wohltat damit erwiesen werden, wenn ein Graukopf mit seinem älterlichen Körper sie belästigt. Er scheint zu meinen, dergleichen habe irgend etwas mit Erziehung zu tun". (Zeitschrift für wissenschaft 8(1921/22)

Sollte an meinen Informationen etwas unrichtig oder falsch von mir interpretiert worden sein, bitte ich höflich um die Berichtigung derselben.

-- JoBrinkmann